Burger und Pommes Fastfood und Adipositas

Adipositas - wie gefährlich ist sie?

Die Adipositas, auch "Fettleibigkeit" genannt, ist weit verbreitet – auch in Deutschland: etwa ein Viertel der Männer (23%) und der Frauen (24%) ist stark übergewichtig, bei Kindern sind es über 6%.
Wer Adipositas hat, ist nicht nur übergewichtig, sondern ernsthaft krank: Das hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 2000 beschlossen. In Deutschland ist das anders, denn hier wird Adipositas nicht direkt als Krankheit, sondern lediglich als hoher Risikofaktor für Folgekrankheiten, wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes angesehen. Die Betroffenen leiden zudem meist unter geringem Selbstwertgefühl und demzufolge unter Depressionen. Durch diesen seelischen Druck greifen viele auf Essen zurück, das in ihren Augen als Entlastung dient – und befinden sich somit in einem Teufelskreis.

Verschiedene Ursachen sind Grund für Fettleibigkeit

In erster Linie ist die Ursache für die Fettsucht eine falsche Ernährung, bei denen der der Erkrankte über lange Zeit mehr Energie zu sich nimmt als er verbrauchen kann. Dies geschieht in Form von sehr fett-, kohlenhydrat- und kalorienreichen Lebensmitteln. Häufig kommt Bewegungs- und/oder Schlafmangel hinzu. Jedoch ist ein ungesunder Lebensstil nicht immer der einzige Auslöser für morbide Adipositas: eine genetische Veranlagung, die beispielsweise bewirkt, kein Sättigungsgefühl zu haben, kann auch Grund dafür sein. Psychische Faktoren, bestimmte Medikamente oder hormonelle Erkrankungen können ebenso eine Rolle spielen.

Symptome für Adipositas

Adipositas bringt viele Symptome mit sich, welche sich in unmittelbar spürbare Beschwerden und mögliche Folgeerkrankungen (bei einem BMI ab 40) einteilen lassen. 

Unmittelbar spürbare Beschwerden

  • Fehlende Ausdauer bzw. geringe körperliche Belastbarkeit
  • starkes Schwitzen
  • Kurzatmigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Sodbrennen

Mögliche Folgeerkrankungen

  • Diabetes mellitus
  • Herzinfarkt
  • Atherosklerose (Erkrankung der Schlagadern)
  • Schlaganfall
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Wirbelsäulenkrankheiten, Arthrose
  • Demenz
  • Depressionen

Untersuchungen und Diagnose

Sobald Sie Beschwerden im Zusammenhang mit einem hohen Körpergewicht bemerken, sollten Sie zunächst den Hausarzt aufsuchen. Dieser wird Ihnen in einem sogenannten Anamnesegespräch zunächst einige Fragen bezüglich der Länge der Bestehung Ihres Übergewichts, früheren Problemen mit Ihrem Gewicht, körperlichen Beschwerden und Ihrer Ernährung stellen. Meistens sind weitere Untersuchungen notwendig, wie zum Beispiel eine Blutentnahme. Hierbei wird Ihr Blut auf einen erhöhten Cholesterin- und Blutfettgehalt geprüft.

Bestimmung des Body-Mass-Index (BMI)

Durch Bestimmung des Body-Mass-Index kann man herausfinden, ob man Über-, Unter- oder Ideal- bzw. Normalgewicht hat. Dies erfolgt durch eine einfache Formel, bei der das Verhältnis Ihres Körpergewichts und ihrer Körpergröße berechnet wird: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat.
Beispiel: Sie wiegen 80 Kilogramm und sind 1,60 Meter groß. Sie rechnen wie folgt:
1,60 x 1,60 = 2,56
Nun teilen Sie ihr Gewicht durch diesen Wert:
80 : 2,89 = 31,25
Ihr BMI ist also 31,25.

BMI-Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation

18,5 - 24,9: Normalgewicht
25 - 29,9: Übergewicht
30 - 34,9: Adipositas Grad I
35 - 39,9: Adipositas Grad II
ab 40: Adipositas Grad III

Behandlungen und Therapien von Adipositas sind in der Regel erfolgreich

Wenn Sie an Adipositas leiden, also einen BMI von über 30 haben, sind verschiedene Behandlungen möglich. Da es unterschiedliche Stufen von Adipositas gibt, gibt es individuelle Therapien. Solange Sie motiviert sind, abzunehmen, und mit dem Therapeuten kooperieren, sind solche Therapien im Normalfall erfolgreich.

Ziele dieser Therapien sind vor allem das Abnehmen (5-8 Kilogramm pro Jahr), Veränderung bzw. Optimierung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens, Stärkung des Selbstbewusstseins und generell die Erreichung eines besseren Lebensgefühls.

In manchen Fällen, wenn trotz Ernährungsumstellung und ausreichend Sport keine Gewichtsabnahme erfolgt, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Hierbei wird vor allem auf Medikamente zurückgegriffen, die appetitzügelnd wirken und somit bei der Gewichtsreduktion helfen sollen.

Weitere Möglichkeiten sind außerdem chirurgische Eingriffe, wie zum Beispiel eine Verkleinerung des Magens (Gastroplastik) oder ein Magenbypass. Diese werden nur bei extremer Adipositas (also bei einem BMI von über 35) angewendet. Kurzfristige Folgen davon sind vor allem, dass das Sättigungsgefühl schneller eintritt, Portionen kleiner werden und somit die Gewichtsreduktion herbeigeführt wird. Langfristig gesehen wird so das Risiko für Folgeerkrankungen (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, psychische Erkrankungen) verringert.

Wie genau kann ich Übergewicht vorbeugen?

Dass eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung dazu beiträgt, ein gesundes Gewicht zu haben, ist kein Geheimnis. Jedoch gibt es auch noch andere Wege, die Ihnen helfen, Adipositas zu verhindern und ein Übergewicht zu verringern.
Leiden Sie unter Essattacken bedingt durch Stress und Frust? Es hilft, Entspannungspausen einzulegen und sich vor allem in einem positiven Umfeld von Menschen zu befinden, die Ihnen guttun.
Haben Sie keine Zeit für Sport bzw. regelmäßige Bewegung? Bereits kleine Veränderungen, wie der Verzicht auf Rolltreppen und Fahrstühle, helfen; stattdessen können Sie die Treppe wählen. Außerdem können Einkäufe mit einem Spaziergang oder einer Fahrradtour verbunden werden.
Eine ausgewogene Ernährung ist trotz alledem der wichtigste Faktor für die Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas: Ernähren Sie sich vielfältig, das heißt, nehmen Sie viel Obst und Gemüse, kohlenhydratreiche Nahrung wie Brot, Pasta, Reis, Körner und Kartoffeln (greifen Sie hier vor allem zu Vollkorn-Produkten), Proteine und gesunde Fette wie mageres Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte und Nüsse zu sich. Das Wichtigste jedoch ist, dass Sie sich nichts verbieten, denn dann ist das Verlangen danach noch größer. 

Tipps für die Erstellung eines Ernährungsplans finden Sie hier.

Kinder frühzeitig vor Adipositas schützen!

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2006 haben 1,9 Millionen Kinder zwischen 3 und 17 Jahren in Deutschland Übergewicht. Grund dafür ist vor allem, dass Angewohnheiten der Eltern oft von Kindern übernommen werden – so auch das Essverhalten. Demzufolge ist es unglaublich wichtig, dass Eltern ihren Kindern zeigen, wie eine gesunde Ernährung bzw. generell ein gesunder Lebensstil funktioniert.

Gemeinsame, regelmäßige Essenszeiten sind dabei ein wichtiger Faktor. Denn Kinder neigen oft dazu, aus Langeweile oder Frust besonders auf Süßigkeiten zurückzugreifen. Wenn aber gemeinsam gekocht wird und die frischen Lebensmittel zubereitet werden, wird das unkontrollierte, ungesunde Essen vorgebeugt und gesunde Zutaten vermittelt. Es ist außerdem sehr wichtig, dass viele Outdoor-Aktivitäten unternommen werden, wie zum Beispiel Besuche im Kletterpark, auf dem Spielplatz oder im Schwimmbad, anstatt einfachheitshalber das maßlose Computerspielen zu akzeptieren.

Aber auch hier gilt: nichts verbieten, auf das Maß kommt es an!

1,9 Mio. Kinder
 haben Übergewicht in Deutschland

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